SCHLAFINFOS Wissenschaftliches pfeil

Frau auf Rücken schlafend

Wissenswertes

Schlaf - Grundbedürfnis und Lebenselixier

Früher gingen die Menschen davon aus, dass der Schlaf keine wesentliche Bedeutung für uns Menschen hat und lediglich eine lästige Unterbrechung des Tagesablaufes darstellt. Heute weiß man, wie wichtig und lebensnotwendig der Schlaf für Körper und Seele ist.


Was im Schlaf passiert bekommen, wir normalerweise nicht mit. Wir schlafen ja. Wir erleben den Schlaf mit seiner kürzeren oder längeren Einschlafphase, mit Träumen und der einen oder anderen kurzen Wachphase in der Nacht. Alles andere, was zwischen Einschlafen und Aufwachen passiert, nehmen wir kaum mehr wahr bzw. wir können uns am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern.

 

Doch der Schlaf ist keine rein passive Tätigkeit, ganz im Gegenteil. Schlaf ist ein hoch-komplexer Vorgang, der von vielen Faktoren gesteuert wird und der selbst auch wiederum unseren Körper und Geist beeinflusst. Während bestimmte Körperfunktionen im Schlaf auf Sparflamme arbeiten, sind andere äußerst aktiv. Im Schlaf verlangsamen sich Kreislauf, Atmung, Puls und wir reagieren schwächer auf viele äußere Reize. Doch gleichzeitig durchlaufen wir jede Nacht eine Art Generalüberprüfung unseres Körpers. Es finden wichtige Auf- und Abbauprozesse statt. Unser Gehirn z. B. arbeitet auf ähnlich hohem Niveau wie im Wachzustand und verarbeitet die Erlebnisse und Eindrücke des vergangenen Tages.


Stand der Schlaf-Wissenschaft

Schlaf ist ein Zustand, der durch eine sehr geringe körperliche Aktivität und eine kaum vorhandene Wahrnehmung der Umwelt gekennzeichnet ist. Schlaf setzt sich aus zwei unterschiedlichen Schlafstadien zusammen:

Über die Funktion des REM-Schlafs gibt es viele sich auch widersprechende Hypothesen. Tatsache ist, dass bei Entzug des REM-Schlafs die REM-Phasen in den folgenden Nächten vermehrt auftreten. Viele Versuchspersonen zeigen ein gesteigertes triebhaftes Verhalten (vermehrtes Hungergefühl, vermehrte sexuelle und aggressive Impulse, Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisprobleme), andere tolerieren auch einen langen und fast vollständigen Entzug des REM-Schlafes gut. Dass Ratten nach zwei- bis dreiwöchigem vollständigem REM-Schlaf-Entzug sterben können, zeigt zunächst nur, dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen werden können.


Vermutlich ist der Lernprozess im Allgemeinen eng an den REM-Schlaf gekoppelt. Aufgaben in der Triebregulierung, Informationsverarbeitung und Stressbewältigung werden diskutiert.

 

Viele Versuchspersonen mit REM-Schlaf-Entzug haben bei komplexen und neuen Herausforderungen besondere Schwierigkeiten; eine Tatsache, die gerade für alte Menschen eine große Rolle in deren Alltagsleben spielt. Die klinische Bedeutung von Schlafstörungen und deren Behandlung speziell im Alter wird somit unterstrichen, andererseits die kritiklose Verabreichung von Schlafmitteln auch deshalb getadelt, da diese gerade jene Hirnstromaktivitäten unterdrücken, die im REM-Schlaf dominieren.


Der Non-REM-Schlaf wird in die Stadien 1 bis 4 unterteilt. Die Stadien 3 und 4 des Non-REM-Schlafes werden auch als Tiefschlaf oder slow wave-Schlaf (Schlaf mit langsamen Gehirnwellen), Deltaschlaf oder Tiefschlaf zusammengefasst. In diesen Tiefschlafphasen werden große Mengen Wachstumshormone aus der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet. Neben einer Reihe anderer Hormone und Botenstoffe werden in den Tiefschlafphasen das begehrte Regenerationshormon STH - Somatotrope Hormon und das Wachstumshormon HGH in großen Mengen produziert und ausgeschüttet. Dies ist die Grundlage für die Annahme, dass in den Tiefschlafphasen eine Regeneration des Körpers stattfindet.

 

Solch eine Schlafperiode mit Traumphase, Leicht- und Tiefschlafphase läuft in einem ca. 80- bis 100-minütigen Rhythmus mehrere Male in einer Nacht ab. Längere Tiefschlafphasen wären für Säugetiere, und zu dieser Spezies gehört ja der Mensch, zu gefährlich. Die Möglichkeit der Selbstverteidigung ist in dieser Zeit stark reduziert, Gefahren können nicht so gut erkannt werden.
Sowohl die Schlafdauer als auch die Länge der einzelnen Stadien verändern sich im Laufe eines Menschenlebens.

 

Wieso schlafen wir eigentlich?

Diese Frage kann die Schlafforschung auch in der heutigen Zeit noch nicht wirklich erklären. Sicher ist jedoch, daß die Natur nicht ein Drittel unseres Lebens vergeudet, ebensowenig, wie sie ca. 6 Jahre unseres Lebens in nutzlose Traumphasen verschwenden würde.
Einig sind sich die Wissenschaftler, dass der Schlaf unverzichtbare Grundlage für Entwicklung, Wohlbefinden und Gesundheit ist. Schlaf gehört zu unserem Leben wie Essen und Trinken.

 

Schlafmangel und die Neigung zum Übergewicht:
Schlaf dich schlank!

Auch beim Übergewicht zweifelt kaum mehr jemand an einem direkten Zusammenhang zum Schlafmangel. Emmanuel Mignot von der Stanford-Universität ermittelte zum Beispiel, dass Menschen, die weniger als acht Stunden pro Nacht schlafen, umso mehr zunehmen, je weniger Schlaf sie bekommen. Normalschläfer hätten im Blut vergleichsweise geringe Werte des Hungerhormons Ghrelin und hohe Werte des körpereigenen Appetitzüglers Leptin. Schlafen wir zu wenig, essen wir folglich mehr, als wir müssten, vermutet Mignot: "In westlichen Gesellschaften, wo chronischer Schlafentzug häufig und Nahrung leicht erhältlich ist", könnten die beobachteten Effekte "entscheidend zur Verbreitung von Übergewicht beitragen" (Public Library of Science, Dezember 2004).


Übernächtigte Menschen

Nicht nur mangelhafte Selbsteinschätzung haben übernächtigte Menschen mit Betrunkenen gemein: Nach 17 Stunden ohne Schlaf schneiden wir in Leistungstests ungefähr so schlecht ab wie mit einem halben Promille Alkohol im Blut. Nach 24 Stunden Schlafentzug steigt unsere Reaktionszeit gar auf Werte, die wir ausgeschlafen nur mit einem Promille Alkohol im Blut erreichen.

 

Hirnforschung

So fand Karine Spiegel heraus, dass zu wenig Schlaf den Kohlenhydratstoffwechsel und das Hormonsystem durcheinanderbringt. Die Hormonforscherin aus Chicago, USA, ließ gesunde junge Menschen sechs Nächte lang nur vier Stunden schlafen. Danach waren die Blutwerte so schlecht wie sonst nur bei Menschen mit hohem Risiko für Diabetes und Herzinfarkt. "Eine Schlafschuld dürfte den Schweregrad chronischer Alterskrankheiten verstärken", urteilt Spiegel. Oder anders gesagt: Wer zu wenig schläft, wird schneller alt und erhöht sein Risiko, an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken.

 

Guter Schlaf auf harten Matratzen?

Leider existiert in vielen Teilen der Bevölkerung noch die Meinung, daß ein hartes Bett gut für den Rücken sei.. Wissenschaftler haben jedoch schon längst nachgewiesen, dass es bei einem höheren Druck als 28 mmHG zum Blutstau in dem Körpergewebe kommt. Auf zu harten Matratzen werden die feinsten Kapillargefäße zusammengedrückt und das Blut kann hier nicht mehr fließen, es staut sich. Das Gehirn signalisiert "Drehen", damit der Blutstau aufgehoben wird. Damit wird allerdings auch der Schlaf, auch die Tiefschlafphasen, unterbrochen. Das bedeutet: Raus aus der Tiefschlafphase, Körper umlagern, und wieder rein in die Tiefschlafphase. Man kann sich vorstellen, dass dieses, im Hinblick auf das Obenstehende, nicht ohne gravierende Nachteile für die körperliche und geistige Gesundheit ist. Der qualifizierte Bettenhandel bietet heute jedoch Möglichkeiten, ein festes Liegegefühl mit der Sanftheit einer angemessenen Matratze zu kombinieren.

 

Wissenswertes rund um Ihren guten Schlaf

Was Sie persönlich für Ihren guten Schlaf tun können.